
Sankt Imre Kirche - Badacsonytomaj
Das heutige Gebiet von Badacsonytomaj
war nach der Zeit der Landnahme hauptsächlich Von christlichen Weinbauern bewohnt.
Ikre religiösen Erlebnisse wurden mit Hilfe der hier angesiedelten Benediktermönchen
weiter beeinflusst und vertiefenZum Ruhm des Gottes wurde von Weinbauern am
Fusse der Basaltorgeln auf dem westlichen Teil des Berges eme Kirche erbaut.
Dann haben die Paulaneer in der Nachbarschaft des sog. "Klosterbrunnens"
Gott ein Flaus erbaut, das auf der östlichen Lichtung unter dem "Steintor"
]iegt. Auf diesem Gebiet entstandene Kroniken und mittlerweile durchgeführte
Ausgrabungen verraten uns sehr viel Von Erinerrungen der a]ten Zeiten.Badacsony-
und dementsprechend seine malerische Umgebung haben den Besucher viel zu erzählen.
Die gegenständlichen Beweisungen der Ausgrabungen wurden im Museum Von Keszthely
aufbewahren.
Die Verwüstung der Tataren und der Osmanen hat nur Ruinen hinterlassen, und
die Anordnung Von Joseph II. für die Auflösung der Mönchorden hat der Gegend
sogar die bloSSe Anwesenheit beraubt. Die verwaisten Kirehen in gutem Zustand
wurden zu Ruinen, die Steine selbst und andere Baumaterialien wurden Von den
ärmeren Leuten zum eigenen Hausbau Verwendet.
Zwischen 1757-1960 wurde nach dem Beispiel der Vorfahren auf dem "Schu1hüge1"
eine Barockkirche - zu Ehren Sankt Imre, dem tragisch gestorbenen Sohn Von István
dem Heiligen- mit einem Turm gebaut, die bis 1930 der sedisehen Trost der Bürger
diente.
(An ihrer Stelle steht heute das monumentale Katholisehe Gerneinscliaftshaus,
das im Jahre 1992 unter der Tatigkeit vom Oberpfarrer Miklós Szerenka gebaut
wurde und vom Erzbisehof Dr. József Szendi eingeweiht wurde.)
Zwischen 1903-1905 wurde zum Ausbau des Basalts die Basalt Bergwerke AG. gegründet.
In der Höhe der Kirehe wurde der ausgebaute Mineralschatz auf Seilbahnen transportiert.
Die Explosionen, die zu den Arbeiten gehörten, und die Schwingung der Fördergefasse
aus Eisen verursaehte grosse Schäden in dem fast 120 Jahre alten Gebäude.
Die Kirche wurde zwischen 1930-1932 erbaut. Sie ist nieht nur das unvergleiehbare
Schmuckstück aus Basalt von Badacsonytomaj, sondern von ganz Europa und sie
könnte als Naturschutzgebiet ein Teil des Welterbes sein! Der Oberpfarrer Sándor
Varga liess mit der Unterstützung der "Religionsstiftung" und der
hiesigen Einwohner aufgrund der Pläne von Gáspár Fábián die heutige Kirche im
Neoromanstil bauen. Auf die Fürbitte des Oberpfarrers trug der Direktor der
Bergwerks Freid Tószeghy zur kostenlosen Spende des Basalts bei. Als Ergebnis
der selbstlosen Arbeit der fleissigen Dort'bewohner und Handwerker (im Wert
von 20 Tausend Pengõ) konnte der Bischof Dr. Nándor Rott im Oktober 1932 die
37 Meter Iange und 19 Meter breite Kirche einweihen.

Das Kircheninnere besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist das Sanktuarium.
In seiner Absis war über der aus weissem Kunststein bestehenden und auf einem
mit roten Marmorsäuien verzmerten Altar stehenden Monstranz die Statue von Imre
dem Heiligen zu seben, die von Lajos Krasznay abgeformt wurde.
Die Pläne für das Sgrafitto der Kuppd wurden von György Leszkovszky entworfen.
Die Leiden des gekreuzigten Christi werden gemildert, wenn der andachtige Gläubige
die latemnisehe Rundsebrift in deutscher Ubersetzung folgendermassen zusammenfasst:
"Christus war für uns gefügig bis zum Tode und zwar bis zum Kreuzestode."
Die vom FuBe des Kreuzes hervorwachsenden Wemnranken legen einem den Sieg des
Lebens über dem Tod nahe, (dem Tod entspringt neues Leben). Ausserdem wollte
der Künstler mit den Weintrauben, die so charakteristisch für die Kultur des
Fortkommens der Leute dieser Gegend sind, die seelische Einschmiegsamkeit des
Volkes in das Übernatürliche. Für den Glauben an die Heilige Dreifaltigkeit
stehen folgende Symbole am
Bogengewölbe: Taube- der Heilige Geist, Izland- Gott der Vater und in der Mitte
der Sohn Gottes in der Gestalt des leidenden Menschen.
Die kreisförmmgen Symbole der Evangelisten weisen auf die Wahrhaftigkeit des
im Neuen Testament Gesehriebenen. (Markus: Löwe, Johannes: Adler, Mattheus:
Engel und Lukas: Schaf)
Die Mosaikfenster der Apsis fügen sich nach den Plänen von György Bátky in die
Hervorhebung der Verehrung von Imre dem Heiligen ein. Uber dem Akar rechts ist
István der Heilige in königlieher Pracht zu sehen. Das Bild des Mosaiks auf
det rechten Seite ste]lt das "Rosenwunder" der Heiligen Elisabeth
dar. (Sie war die Tochter von Endre II.- durch ihre Heirat war sie auf bayrischem
Boden ein Beispiel für die Liebe und soziale Geistigkeit. Sie bracbte gerade
Brot den Armen, als sie von ihrem Mann zur Frage gestellt wurde. Sie öffnete
ihre Schürze, in der statt Brot Rosen dufteten.)
In der Apsis, als Verlängerung der Kuppel in Längslage bieten die Säulen mit
Sgraffitotechnik in ihrer puritanischen Schönheit einen
hervorragenden Ort zum Darbringen des Heiligen Opfers. An den Wänden rechts
und links daneben wiederholen sich die Motive der Weinranken. Der Zirkelbogen
wird mit den Bildnissen der Heiligen des Arpaden-Hauses geschmückt. Am Fuss
des Zirkelbogens weist der Engel auf die Reinheit der Mer angereihten Heiligen
hm.
Der zweite Teil ist das Schiff. Vom Sanktuarmum wurde es durch ein verziertes
Gitter aus Schmiedeeisen (Kommunionsgitter) abgetrennt. Hierhin knieten sich
diejenigen nieder, die das Sanktissimum zu sich genommen haben. Das Schiff wird
in drei Teile geteilt. Die zwei Arkaden an der Seite mit ihren weiBen Wänden
stehen für den Verzicht auf die Eitelkeit aus der Romanepoche. Zur Beleuchtung
der Arkaden diente das durch die bunten Glasscheiben durchdringende Licht. Die
Mosaike von Bátky verewigten die Stationen des Leidenswegs Christi durch den
finanzielten Beitrag der hiesigen Bürger und Badegäste. Das Hauptschiff wurde
von oben durch die Fenster aus gelbem Kathedraleglas beleuchtet. Auf der rechten
Seite der Arkaden platzierte der Ktlnstler Krasznay die Statuengruppe der Heiligen
Familie und auf der rechten Seite die Pieta (der tote Christus auf dem Schoss
Muttergottes). Als Abschluss der rechten Arkade wurde in der kleinen Kapelle
die Höhle von Lourdes gebaut. (Dme Statuen von Maria und Bernadett stammen aus
der Barockkirche.) Am Eingang stehen die Statuen von József dem Heiligen und
Antal dem Heiligen, wiihrend auf der recbten Seite des Kommunionsgitters das
Herz Jesu und auf der linken Seite die Gipsstatue der kleinen Teréz der Heiligen
zu seben ist. Der sich unter den Arkaden befindenden Bemchtstuhl ist das Werk
emnes unbekannten polnischen Meisters.
Den Eichelholz der Banke ist eme Spende von Mikes, des Bischofs von Szombathely.
Vor den Bänken stand der Taufbrunnen.
Die Orgel des Cbors wurde in den Jahren 1946-47 Von der Firma Angster aus Pécs
in der Version mit zwei Registern und zwölf Stufen restauriert.
Wahrend des Kriegs im Sabre 1944 verursachten die femndlmchen Granaten vor allem
in den Fenstern Schäden. Statt des Kathedraleglases wurden die Mängel von Dr.
Lajos Géczy, der der Nachfolger von Vater Varga im Pfarramt war, im Sabre 1946
mit normalem Glas ersetzt
Im Jahre 1969, nach dem Tod von Vater Géczy, übernahm Dr. László Lékay die Aufgabe
der see]ischen Fürsorge. Er lieSS vom Künstlervater Dominek György Pläne hír
ein dagegengesetztes Altar entwerfen. In das Sanktuarium kamen emn Lesegestell
und ein Osternkerzenständer aus rotem Marmor aus Tardos
Der neue liturgische Platz wurde am 6. November von Vater Lékay eingeweiht,
der in 1972 Bischof von Veszprém und später Kardmnal wurde. Die Umbauarbeiten
wurden von seinem Nachfolger Miklós Szerenka geleitet.
Im Jahre 1981 hat sich die Gemeinschaft des Pfarramtes für das fünfzigjährige
Bestehen der Kirche mit dem Umbau des Inneren und mit einer gründlichen Renovierung
vorbereitet. Das von Dominik György gefertigte Altar aus Marmor kam in die Kapelle
am Ende der Arkade auf der rechten Semte. Zur Seelentuhe der reinkommenden Gläubigen
bekam die Hölle von Lourdes ihren Platz in der Eingangshalle, so ist das Geschlossenhalten
der Kirche wegen den mehrmaligen Einbrüchen nicht so schmerzhaft.
Das ursprüngliche Altar kam in den Vordergrund. Das Gotteshüttchen (Tabernakel)
wurde in die Wand eingebaut, das Ewiglicht flber mhm wurde vom Ziseleurmeister
István Szécsi gefertigt und an beiden Sejten sind Barockputten zu seben. Die
Statue von Imre dem Heiligen kam in die rechte Wandnische, so ist sme näher
zu den Gläubigern.
Die so frei gewordene Apsis nahm dme Werke der Künstlerin Erzsébet Udvardi,
Trägerin des Kossuth-Preises, auf. Ihre mit neuartiger Öl- und Kollagetechnik
gefertigten monumentalen Tafelbilder sind ein gleichzeitig seelisches und künstlerisches
Ergebnis hír die Besucher der Kitche.
In der Mitte wurde das letzte Abendmahl dargestellt. Das Mysterium des Opfers
der auf dem Altar gelesenen Tagesmesse ist die Fortsetzung dieser Szene. (Die
Worte Christi: "Nehmt und esst...") Die Verwendung von Silber-und
Goldfolie hebt mit ihrer Lichteinwirkung das liebliclie Zusammensein der Apostel
mit ihrem Gott. Die finstere Gestalt des Bildes, Judas, bereitet sich gerade
hír den Verrat vor. Es ist interessant, dass die Gesichter der Jtinger die Eigenheiten
der Weinbauer aus dieser Gegend tragen.
An der Tafel links können wir die Tiefe der Nacht in Getseman durchempfinden.
Christus verbreitet im Zeichen der Liebe ein Gemeinschaftsgefüh] mit Gläubigem
und Ungläubigem. Es ist interessant, dass die Künstlerin in die Hand eines Häschers
eme Pistole gibt. (Papst Johannes Paul II. war zur Zeit des Entstehens des Bildes
Ziel eines Attentats.)
Auf der rechten Seite ist eme Komposition zu sehen, welche die Auferstehung
verewigt. Die Goldfolie strahlt auf den Beobachter das Licht der fröhlichen
Freude aus.

Am ersten Bogenpfeiler
der Arkade des rechten Schiffes zeigt im Andenken an den Bauherrn Oberpfarrer
Sándor Varga eme Gedenktafel die Dankbarkeit der Gemeinde. Ihr gegentiber hängt
eme Gedenktafel an den Kardinal Primas Dr. László Lékai, der den ersten Schritt
dazu machte und auch finanziell unterstützte, dass Oberpfarrer Miklós Szerenkai
den Umbau, die Renovierung und die Kanalisation beenden konnte.
Hinten in der kleinen Kapelle können wir uns dem Genuss des Anblicks des Triptychons
von der Ktinstlerin Udvardi hingeben. Links "Der Englische Gruss",
rechts "Der Besuch von Maria bei Erzsébet" und in der Mitte "Maria
mit ihrem Kind", all die Gemälden überwältigen die betenden und sich wundernden
Gläubigen mit ihrer diskreten Pracht.
Ihnen gegenüber ist die aus Lindenholz geschnittene von Rita der Heiligen zu
sehen, ein Kunstwerk von László Marialigeti, einem Meister aus Pest. Mit ihren
Leiden hat Rita die Heilige Gnade verdient, denn sie verliess sich bei ali ihren
Anfechtungen auf Gott.
An den an beiden Seiten des Eingangs platzierten Hautreliefen stehen die Namen
der Menschen, die in den beiden Weltkriegen den Meldentod statben. (Die vollständige
Namensliste im Buch Gescbichte Badacsonytomaj von László Kalmár zu finden.)
An dem Balkon am Eingang über der offenen Arkade werden zu festlicben Aniässen
Fahnen ausgehängt.
Der Turm kündigt aus der Höhe von 33 Metern den vom Weiten Kommenden die uralte
Versinnlichung des dem Himmel entgegensteigenden Glaubens.
Das Zilferblatt der Turmuhr wurde vom derzeitigen Pfarrer István Földi mit römischen
Ziffern anfertigen lassen, inzwischen hat er auch beim Wechsel des alten Kirchendaches
sich aktiv betätigt.
Auf die tnitiative des Biirgermeisters Kálmán Kálóczi und mit der Zusage der
Selbstverwaltung hat der Turm neue Festbeleuchtung bekommen, um die Menschen,
die auch in der Nacht auf dem Weg sem müssen, auf die Anwesenheit des Gottes
aufmerksam zu machen.
Abgesehrieben von: B. Németh Alice
Ubersetzt von: Németh Baján
Herausgeber: Römisch Katholisches Pfarramt
Badacsonytomaj
Verantwortlieher Herausgeber: Pfarrer Földi István